Urban-Act Projektreise auf die Philippinen und Thailand
Die übergeordneten Ziele der Mission waren der Austausch von Wissen über klimaresiliente Raumplanung zwischen lokalen Planern und dem Team der deutschen Universitäten, die Überprüfung wissenschaftlicher Erkenntnisse zur Bewertung der lokalen Vulnerabilität aufgrund des Klimawandels und zur Verkehrsmodellierung sowie die partizipative Bewertung und Priorisierung praktischer und umsetzbarer klimaresilienter Maßnahmen für Bacolod City und Chiang Mai City.
Auf der ersten Etappe nach Bacolod wurden Workshops mit Interessengruppen zu klimaresistenten Maßnahmen und eine partizipative Kartierung mit den zuständigen städtischen Ämtern durchgeführt, um einen Input aus einer stadtweiten Perspektive zu erhalten. Weitere Workshops mit Anwohnern, dienten dazu die Bedürfnisse und Anliegen aus der Perspektive der Bewohnerschaft zu verstehen. Potenziellen Maßnahmen wurden mithilfe eines maßgeschneiderten Bewertungs-Toolkits diskutiert und bewertet. Darüber hinaus legten die Interessengruppen Prioritäten für Leitmaßnahmen fest, die realisierbar und für den lokalen Kontext und die lokalen Bedürfnisse von hoher Relevanz sind (Abbildung 1 und 2).


Dank der herzlichen Begrüßung durch die Stadt Bacolod und ihrer Einwohner hatte das Forschungsteam die Möglichkeit, auf Grundlage der Ergebnisse der Vulnerabilitätsbewertung (Abbildung 3) einen kurzen Besuch in besonders gefährdeten Gemeinden mit hohem Hochwasserrisiko durchzuführen.

Neben ihrer Arbeit am Urban-Act-Projekt leiteten Dr. Wolfgang Scholz und Dr. Wiriya Puntub (RER) auch die Kooperationsgespräche mit der University of Negros Occidental, der Stadt Bacolod und der GIZ zur Vorbereitung gemeinsamer Aktivitäten für das F 06-Projekt 2025/26 “Integrated Climate Resilience Planning in Bacolod, Philippines. Flood resilience interventions for urban poor communities” an unserer Fakultät.
In Zusammenarbeit mit der GIZ, der Chulalongkorn Universität und politischen Partnern begann die zweite Etappe des Thailand-Besuchs mit einem thailändisch-deutschen Wissensaustausch in Bangkok. Die Sitzungen fanden mit dem Department of Public Works, Town and Country Planning (DPT) und dem Office of Transport and Traffic Policy and Planning (OTP) statt und konzentrierten sich auf die Einbeziehung von Klimaschutzaspekten in die räumlichen Planung, Monitoring und Evaluierung von Planungen und die Methodik der Klimarisikobewertung. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf Methoden der Verkehrsplanung.

Um den akademischen Austausch mit der Chulalongkorn Universität in Bangkok zu intensivieren, hielt Dr. Wolfgang Scholz einen öffentlichen Vortrag an der Fakultät für Architektur zum Thema „Raumplanung und Klimaanpassung. Beispiele aus Deutschland und den Philippinen“, an dem mehr als 100 Personen teilnahmen und diskutierten.

Die Mission wurde mit den Aktivitäten in Chiang Mai abgeschlossen. Es ging um die Bewertung vor Ort von besonders hochwassergefährdeten Gemeinden auf Grundlage der Ergebnisse der Vulnerabilitätsbewertung. Ein Workshop mit lokalen Interessengruppen diente der Bewertung und Priorisierung potenzieller klimaresistenter Maßnahmen. Relevante Lokalpolitiker und Beamte, NGOs und lokale Netzwerke aus den Siedlungen (insbesondere informelle Siedlergemeinschaften) diskutierten ihre Anliegen und Bedürfnisse und erarbeiteten praktische, umsetzbare Maßnahmen für die Stadt Chiang Mai (Abbildung 6).

Diese Feldmission ermöglicht es dem Projektteam nicht nur, das Arbeitsnetzwerk mit lokalen Partnern und Interessengruppen zu stärken. Die aus Workshops und Treffen gewonnenen Erkenntnisse werden auch zur Überprüfung der Klimavulnerabilitätsbewertung und der integrierten Verkehrsplanungsanalyse herangezogen. Wichtig ist, dass die Beiträge aus den Stakeholder-Workshops uns dabei helfen, eine partizipative Bewertung und Priorisierung praktischer, realisierbarer klimaresistenter Maßnahmen für Bacolod City und Chiang Mai City zu erstellen, die weiterverfolgt und für Finanzierungsmöglichkeiten skaliert werden sollten.



