Kick-off-Workshop des Projekts adapTWIN im Rathaus Essen

Am 27.02.2026 fand im Rathaus der Stadt Essen der Kick-off-Workshop des Projekts „adapTWIN – Sicherstellung beschleunigter Planungsprozesse durch Digitale Zwillinge zur Berücksichtigung urbaner Klimafolgenanpassung mit dem Schwerpunkt Grüne und Blaue Infrastruktur“ statt. Rund 25 Teilnehmende aus dem Projektteam sowie Vertreterinnen und Vertreter der Stadtverwaltung Essen kamen zusammen, um Projektziele, methodische Bausteine und Erwartungen an die Zusammenarbeit zu diskutieren.
Ziel von adapTWIN ist die Entwicklung eines Urbanen Digitalen Zwillings (UDZ), der Planungsprozesse im Kontext der Klimafolgenanpassung deutlich beschleunigen und fundierter gestalten soll. Im Mittelpunkt stehen dabei insbesondere Maßnahmen der Grünen und Blauen Infrastruktur sowie deren Wirkung auf Hitze- und Starkregenereignisse.
Das Projekt basiert auf drei zentralen Bausteinen:
- Vegetationsmodellierung: Hier werden Wachstum, Entwicklung und klimatische Wirkungen urbaner Vegetation – etwa von Straßenbäumen oder Grünflächen – modelliert. Dadurch können Fragen zur Wirksamkeit zusätzlicher Pflanzungen, zu geeigneten Ersatzpflanzungen sowie zu zeitlichen Entwicklungspfaden belastbar beantwortet werden.
- Wasserhaushaltsmodellierung: Dieser Baustein fokussiert sich auf Abflussprozesse, Versickerung, Fließwege und Notwasserwege bei Starkregenereignissen. Ziel ist eine differenzierte Abschätzung von Überflutungsrisiken und der Wirkung geplanter Maßnahmen.
- Digitaler Zwilling als Planungstool: Die modellierten Daten werden in einem integrierten, anwenderfreundlichen Planungstool zusammengeführt. Der Urbane Digitale Zwilling ermöglicht es, Szenarien und Planungsalternativen schnell zu simulieren und im Sinne von „Was-wäre-wenn“-Analysen vergleichend zu bewerten.
In der abschließenden Diskussion mit der Stadtverwaltung Essen kristallisierten sich zahlreiche praxisnahe Anwendungsfelder heraus. Besonders relevant seien Informationen zu Fließwegen, Versickerungsmengen und Notwasserwegen infolge von Starkregen. Ebenso wurde der Bedarf betont, die Wirkung zusätzlicher Bäume oder Ersatzpflanzungen quantifizieren zu können – einschließlich der Frage, nach wie vielen Jahren eine Maßnahme zu einer messbaren Verbesserung gegenüber dem Status quo führt.
Große Erwartungen werden an die Möglichkeit geknüpft, unterschiedliche Planungsalternativen szenariobasiert und kurzfristig bewerten zu können. Gerade im Starkregenrisikomanagement seien nachvollziehbare Szenario-Beschreibungen von hoher Bedeutung. Zudem wurde darauf hingewiesen, dass das Tool anschlussfähig an laufende Planungen und bestehende Arbeitsprozesse sein müsse.
Auch im Handlungsfeld Stadtklima und Hitze wird ein erheblicher Mehrwert gesehen: Die bisher oft grobe Klimaanalyse und verbale Argumentation könnten durch kleinräumige, schnelle und kostengünstige Modellierungen ergänzt werden. Aktuelle und differenzierte Ergebnisse würden nicht nur die fachliche Entscheidungsgrundlage verbessern, sondern auch die Kommunikation mit Politik und Bevölkerung stärken. Perspektivisch sei zudem zu prüfen, inwieweit ökonomische Wirkungen von Maßnahmen im Tool abgebildet werden können.
Insgesamt verbanden die Teilnehmenden mit adapTWIN die Hoffnung, Planungsprozesse – insbesondere im Kontext öffentlicher Beteiligung – durch frühzeitige, transparente und anschauliche Informationsgrundlagen spürbar zu beschleunigen. Der Workshop markierte damit einen erfolgreichen Startpunkt für die weitere projektbezogene Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und kommunaler Praxis.




