RER untersucht Wirkung der Wiederaufbauförderung nach dem Hochwasser 2021 im Forschungsverbund KAHR2.0

Am 11. und 12. Mai 2026 fand in Bad Neuenahr-Ahrweiler der Kick-Off des BMFTR-geförderten Forschungsvorhabens KAHR2.0 – Klima-Anpassung, Hochwasser, Resilienz statt. Mit der zweiten Förderphase wird die wissenschaftliche Begleitung der Wiederaufbauprozesse nach der Flutkatastrophe 2021 fortgeführt und inhaltlich erweitert. Neben Fragen des Wiederaufbaus stehen dabei insbesondere Klimaanpassung, Hochwasservorsorge, Resilienzstärkung sowie der Transfer von Erfahrungen und Erkenntnissen in andere Regionen im Mittelpunkt. Ziel des Verbunds ist es unter anderem, bisherige Maßnahmen systematisch auszuwerten, wirksame Ansätze zu identifizieren und daraus Strategien für zukünftige klimaresiliente Wiederaufbauprozesse abzuleiten.
KAHR hatte in der ersten Projektphase bereits wichtige Beiträge für einen nachhaltigen und resilienten Wiederaufbau in den vom Hochwasser 2021 betroffenen Regionen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen geleistet. Mit KAHR2.0 werden diese Arbeiten nun fortgeführt und vertieft. Der Verbund nimmt unter anderem differenzierte Schutzziele, Klimafaktoren, technische und natürliche Hochwasserschutzmaßnahmen, rechtliche Rahmenbedingungen sowie Fragen des Wissenstransfers in den Blick. Koordiniert wird KAHR2.0 durch die Universität Stuttgart (IREUS) und die RWTH Aachen (IWW).
Der Lehrstuhl Regionalentwicklung und Risikomanagement (RER) der TU Dortmund ist in KAHR2.0 insbesondere für Arbeitspaket 5: Evaluation der Wirkung der bisherigen Wiederaufbauförderung verantwortlich. Im Mittelpunkt steht die Analyse, ob und in welchem Umfang geförderte Wiederaufbaumaßnahmen tatsächlich zur Reduktion von Hochwasserrisiken, zur Stärkung der Resilienz und zu einem klimaangepassten Wiederaufbau beitragen. Betrachtet werden dabei unter anderem Standortverlagerungen, schadensmindernde bauliche und technische Maßnahmen sowie die zugrunde liegenden Förderlogiken. Methodisch verbindet RER in diesem Arbeitspaket räumliche Risikoanalysen, GIS-gestützte Auswertungen, Nutzen-Kosten-Analysen und multikriterielle Bewertungsansätze. Dadurch sollen Wirkungen nicht nur einzelfallbezogen, sondern auch vergleichend über unterschiedliche Maßnahmentypen und Förderansätze hinweg bewertet werden. Aus den Ergebnissen sollen konkrete Empfehlungen für wirksamere, effizientere und klimaresilientere Wiederaufbauprogramme abgeleitet werden.
Beim Kick-Off in Bad Neuenahr-Ahrweiler diskutierten die Verbundpartner die Ziele, Arbeitsstrukturen und nächsten Schritte von KAHR2.0. Neben den Projektpartnern nahmen auch Vertreterinnen und Vertreter des BMFTR, weiterer Ministerien sowie des Bund-Länder-Begleitkreises teil. Der Austausch verdeutlichte das anhaltende Interesse daran, die Erkenntnisse aus KAHR weiterzuentwickeln und für Wiederaufbau, Hochwasservorsorge und Klimaanpassung nutzbar zu machen. In Workshops zu Schutzzielen und Klimafaktoren, rechtlichen Rahmenbedingungen, Wiederaufbauförderung sowie Wissenstransfer und digitalem Tool wurden erste gemeinsame Grundlagen gelegt und zentrale Schnittstellen zwischen den Arbeitspaketen abgestimmt. Für RER markiert der Projektstart den Auftakt zur vertieften Analyse der bisherigen Wiederaufbaupraxis und zur Entwicklung einer belastbaren Bewertungsgrundlage für künftige Förderentscheidungen.




